Wohin mit dem Atommüll?
Gorleben ist eine Gemeinde im Nordosten von Niedersachsen. Nahe dem Ort liegt ein Atommüll- Zwischenlager für hochradioaktiven Abfall. Seit 1995 wurden dort 102 Behälter deutschen Atommülls, der in Frankreich und England aufbereitet wurde, oberirdisch eingelagert. Außerdem wird seit 1963 der Salzstock Gorleben erkundet, ob er die geologischen Gegebenheiten als Endlager für Atommüll aufweist. Vor allem bisherige Transporte nach Gorleben, aber auch die Untersuchungen sind Anlass für massive Protestaktionen und Blockaden mit mehr als 15000 Menschen. Die Aktivist*innen formulieren viele Argumente gegen eine Lagerung von Atommüll in Gorleben.
Gorleben wurde anfangs unter anderem wegen seiner Nähe zur DDR, der knappen Bevölkerungsdichte und zur Aufwertung der strukturell schwachen Region an der innerdeutschen Grenze ausgewählt. Diese Argumente haben schon lange keine Gültigkeit mehr. Als Standpunkt ist es vollkommen ungeeignet. Geologische Gutachten verweisen auf ein unzureichendes Deckgebirge und gefährliche Verbindungen zum Grundwasser. Das sind die beiden größten Probleme der Endlagerung. Der Abstand zur Erdoberfläche muss sehr groß sein und es muss gewährleistet sein, dass kein Wasser eindringen kann. In Gorleben ist kein Deckgebirge vorhanden, welches als Wasserbarriere dienen soll. Über Grundwasser und Nahrungsaufnahme kommt es zu inneren Strahlenbelastungen bei der Bevölkerung. Auch die Eignung von Salz ist höchst umstritten. Es ist voller Anhydridschichten, die zu Wasserwegen werden können. Außerdem bewegt es sich, ist wasserlöslich und zersetzt sich durch radioaktive Strahlung. Gefährlich ist auch der nah gelegene Fluss Elbe, dessen Verlauf und Größe man nicht für die kommenden Jahrtausende vorhersagen kann. Außerdem befinden sich unter dem Gorlebener Salzstock Erdöl- und Erdgasblasen, was schon einmal in der DDR zu einer Explosion geführt hat. Das sind nur einige Gründe gegen Gorlebe als Endlagerstätte für Atommüll. Von der Regierung wurden viele Sicherheitskriterien abgeändert und an Gorleben angepasst, doch es ist und bleibt ein inakzeptabler Plan.
Bis heute ist keine Entscheidung getroffen worden, eine ergebnisoffene Suche in ganz Deutschland soll eine Lösung für die Problematik der Endlagerung des hochradioaktiven, wärmeentwickelnden Atommülls finden. Gorleben wird von vielen präferiert, weil einerseits schon viel in die Erkundung dort investiert wurde und andererseits ein Großteil des deutschen Atommülls vor Ort gelagert ist. Die Situation ändert sich mit den wechselnden Regierungen von Niedersachsen. Bis auf weiteres gilt in Gorleben eine Veränderungssperre, die im Februar 2017 verlängert wurde. Sie besagt, dass an dem jetzigen Zustand des Bergwerks nichts verändert werden darf, um es als möglichen Endlagerungsort nicht zu verlieren.
Location
Gorleben, Niedersachsen, Germany: https://www.google.de/maps/place/29475+Gorleben/@53.0382373,11.336824,13z/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x47ae59bebb1cf1a9:0xefc5c75909817db5!8m2!3d53.0469492!4d11.3555325?hl=de
Environmental impact
- Waste, waste disposal, and toxicants
Ethical/ legal issues
- A clean and prosperous environment and a safe and pleasant habitat
Information sources & materials
Scientific/ academic journal papers
file:///C:/Users/User/Downloads/2016-08-29_Chronologie-Gorleben.pdf
Online books and newspaper, magazine, encyclopedia, or blog articles
https://www.ausgestrahlt.de/informieren/atommuell/lagerung-von-atommuell/gorleben/ (Journal/Zeitschrift)
http://www.zeit.de/2015/13/gorleben-kernkraft-atommuell-lager (Journal/Zeitschrift)
Legal & public policy reports and documents
https://www.bund.net/atomkraft/atommuell/hintergrund/gorleben/
Other Sources & Materials
http://www.umwelt-im-unterricht.de/hintergrund/die-endlagerung-radioaktiver-abfaelle/https://www.neureuters.de/umwelt/gorleben/
Contributor(s)
Rita Trautmann, rita.trautmann@arche-nova.org

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